Ratgeber
Brandmelder
Wenn auch die Vorteile von Brandmeldern unbestritten sind, handelt es sich bei einer Großzahl unserer Einsätze, wie Sie der Einsatzstatistik entnehmen können, um Fehlalarme, die durch Brandmeldeanlagen ausgelöst werden.
Diese sind einerseits oft auf Wartungsmängel und schlechte Einstellungen zurückzuführen, aber auch auf unübliche Tätigkeiten im Umfeld eines Melders. Beispiele sind der Betrieb von Staplern mit Verbrennungsmotoren, aber auch das Rauchen unter einem Melder. Weitere Fehlerquellen sind Wasserdampf (Kochen, Baden). Auch Verschmutzungen können zum Auslösen des Melders führen.
Eine
Möglichkeit, Fehlalarme zu reduzieren, besteht in der Anwendung eines
Brandkenngrößen-Mustervergleiches.
Zur Wartung von Rauchmeldern werden Melderpflücker und Prüfsprays eingesetzt. Die Melderpflücker sind Teleskopstangen mit Griffansätzen, welche ein Öffnen und evtl. Reinigen von Meldern in hochgelegenen Decken ermöglicht. Prüfsprays werden von den jeweiligen Herstellern der Melder empfohlen. Übrigens: Wer Melder in Betrieb genommen hat, hat auch dafür zu sorgen und nachzuweisen, dass die Melder mindestens jährlich geprüft worden sind. Dies sollte dann nach Norm DIN 14 676 erfolgen.
Der Brandkenngrößen-Mustervergleich ist eine Maßnahme zum Erkennen eines Alarmzustandes in einem Brandmelder. Im Allgemeinen werden hierfür Muster in Signalen, welche von Sensoren für Brandkenngrößen geliefert werden, mit Mustern, die typisch für Brände sind, verglichen.
Als Brandkenngrößen können unter anderem Messwerte für die Rauchdichte und die Temperatur sowie Konzentrationen von Brandgasen wie Kohlenmonoxid und Kohlendioxid dienen.
Ein Brandkenngrößen-Mustervergleich wird in Brandmeldern vor allem zur Reduzierung von Fehlalarmen eingesetzt. Dabei können bestimmte Muster entweder als Indiz für einen Brand oder als Ausschlusskriterium verwendet werden. Kein Brandkenngrößen-Mustervergleich ist das bloße Überschreiten einer Alarmschwelle durch den Messwert einer einzigen Brandkenngröße.
ein bestimmter Temperaturanstieg bei gleichzeitiger Überschreitung einer Mindesttemperatur
Gleichzeitiger Anstieg der Kohlenmonoxidkonzentration und der Rauchdichte.
Temperaturanstieg bei gleichzeitigem Auftreten von Rauch mit einer vorgegebenen Rauchdichte
Ein starkes Lichtsignal, das sich mit der für Flammen typischen Flackerfrequenz ändert
Ein sehr langsamer Anstieg eines Rauchdichtesignals, der über Monate hinweg andauert
Plötzliche hohe Signale von nur kurzer Dauer
Sinkende Temperaturen
Einsatz von logisch miteinander verknüpfen Komparatoren und Filtern,
Verwendung von WENN ... DANN ... Regeln in einem Algorithmus
Vergleich von erkannten Mustern mit solchen, die in einer
Datenbank hinterlegt sind
Wenn Ihre Firma oder Einrichtung schon des öfteren "Opfer" von Fehlalarmen
der Brandmeldeeinrichtung geworden ist, und Sie Besuch von der Feuerwehr
hatten, dann machen Sie es Ihnen und uns nicht so schwer und überdenken Sie
evtl. mit Ihrem Fachberater das Brandmeldekonzept Ihres Unternehmens.