KOTTHAUSEN. 30 Feuerwehrleute, 20 Helfer vom Roten Kreuz, vier Notärzte, zwei Puppen und neun völlig hilflos in einem Bus eingeklemmte Personen - sie alle erprobten am Freitagabend von 19 bis 21.30 Uhr das MANV 2-Rettungskonzept, das die Rettung von bis zu zehn verletzten Personen vorsieht. Die beiden Puppen waren ein Extrabonbon für die Rettungskräfte.
Ein Glücksfall für die Marienheider
Einsatzleitung: August Bender, Besitzer des Schrottplatzes am
Bahnhof, hat seit
einiger
Zeit den ausrangierten Polizei-Infobus auf seinem Gelände
stehen, und er präparierte ihn so, dass eine realistische
Rettungssituation simuliert werden konnte. Die eingeklemmten
Personen mussten sich daher tatsächlich in ziemlich enge Räume
quetschen, um es den rettenden Kollegen so schwer wie möglich zu
machen.
„Obwohl alle Beteiligten grob vorinformiert waren, war die Koordination und die Umsetzung sehr anspruchsvoll. Alle Einsatzkräfte haben heute einen Superjob gemacht“, lobte Einsatzleiter Frank Hartkopf das Team. Nach etwa 70 Minuten waren die neun Erwachsenen sicher aus dem Bus geborgen und medizinisch versorgt, für die erwachsene Puppe kam jede Hilfe zu spät.
Michael Marx, der sowohl für die Marienheider Feuerwehr als auch für die Kreisleitstelle tätig ist, war gewissermaßen die Schnittstelle zwischen den Akteuren: „Es war gar nicht so einfach, bei einem solchen Großeinsatz immer den Überblick zu behalten“, stellte er fest.
Das Wissen, das bislang nur in kleineren Modulen erprobt werden konnte, kam am Freitag erstmals in einer solchen Großübung zur Anwendung. Schweres Gerät kam bei der Bergung genauso zum Einsatz, wie auch das „Spine-Board“ aus den USA, mit dessen Hilfe Menschen sicher fixiert werden können, die sich Verletzungen im Hals-Wirbelbereich zugezogen haben.
„Wir wissen jetzt, dass wir auch für einen echten Großeinsatz in Oberberg bestens gerüstet sind“, zog Hartkopf ein positives Fazit. Was er auch darauf zurückführte, dass das neue Feuerwehr-Gerätehaus Übungen erstmals in der Wintersaison ermöglicht.
Quelle: OVZ
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Fotos: Feuerwehr Marienheide